Wie mich meine Yogalehrerausbildung nach Neuseeland brachte

Life-Changing Yoga!?

Yoga ist in den letzten Jahren immer wieder ein Rettungsanker für mich gewesen. Wenn ich mich nicht gut gefühlt habe und es trotz schlechter Laune, beruflicher oder privater Probleme irgendwie doch noch zum Yoga geschafft habe, hat mich der Effekt jedes Mal umgehauen. Nach jeder Yogastunde fühlte ich mich augenblicklich besser, freier und konnte wieder klarer sehen. Ich stand 2002 das erste Mal auf der Matte und seitdem hat es mich nie wieder ganz losgelassen. Es gab eine Phase von ein paar Jahren in welcher ich Yoga total aus den Augen verloren habe… eigentlich genau die Zeit, in der ich es hätte gut gebrauchen können. Aber seit vier Jahren praktiziere ich wieder regelmäßig und bereue es jedes Mal, wenn ich mal keine Zeit finde. Dennoch hatte ich immer das Gefühl, dass es nicht genug ist. Meistens habe ich es nur einmal pro Woche in einen Kurs geschafft und oft konnte ich in diesen Stunden auch nicht so abschalten, wie ich es mir gewünscht habe. Die Asanas waren schon einen Meditation für sich, ich war total bei mir während der Körperübungen und es faszinierte mich, wie ich von Mal zu Mal flexibler und kräftiger wurde. Aber es gab so manche Entspannungsphase, in der ich überhaupt nicht entspannt war und mich die unendlichen Gedankenspiralen in meinem Kopf einfach nicht losgelassen haben.

Die Brücke

Ich wollte meine Yogapraxis intensivieren, es fiel mir jedoch immer schwer zu Hause eigenständig zu üben. So habe ich mich im Januar für eine Yogalehrerausbildung entschieden und seither bereichert und beeinflusst Yoga mein Leben immer mehr. Es hilft mir, meine Gedanken zu ordnen, mich von negativen und unnötigen Gedanken zu distanzieren und zu beobachten. Ich habe viel mehr Achtsamkeit in mein Leben integriert und kann viel besser in mich hinein hören. Yoga hat mir in den letzten Monaten viel Kraft, Klarheit und Entschlossenheit gegeben und mein Leben ziemlich auf den Kopf gestellt. Auch wenn einem der Lebensweg manchmal sehr unergründlich scheint, habe ich gelernt, einfach zu vertrauen, denn egal wo er hinführt, es ergibt irgendwann alles einen Sinn 🙂

Zusätzlich zu dem Yoga, war es  auch der Zusammenhalt in meiner Ausbildungsklasse, der mein Leben sehr bereichert hat. So etwas habe ich noch nie erlebt. Zwölf (bzw. jetzt Dreizehn) Menschen, die sich seit Beginn der Ausbildung einander öffnen, vertrauen, motivieren und zur Seite stehen. Ein sicherer Rahmen und ein liebevolles Umfeld, das sich mit mir freuen kann, mich auffängt oder einfach akzeptiert, wenn ich nicht gut drauf bin. Ich habe in diesem Jahr nie Rumgezicke, Lästereien oder ungute Gefühle erlebt, sondern Freundschaft, Akzeptanz, Bestärkung und Verständnis. Die letzten Monate haben mir dadurch eine völlig neue Seite von mir gezeigt und mir geholfen, mich selbst zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Gut „behütet“, inspiriert und unterstütz von einem tollen Yogalehrer-Ausbilder, der sich so viele Gedanken macht, uns motiviert und immer ein offenes Ohr für alle Arten von Sorgen hat.

Abschied Yogalehrer Ausbildung

Ich werde im kommenden Jahr die Ausbildung unterbrechen, da mich mein Weg jetzt erstmal nach Neuseeland führt. Seit dem Sommer steht mein Entschluss, dass ich dem Alltag eine Pause gönnen möchte, um mich neu vom Leben inspirieren zu lassen. Ich weiß nicht, was mich dort erwartet und ob es der richtige Weg ist, aber ich freue mich sehr auf all das Unbekannte und die Freiheit. Nicht zuletzt durch die intensive Yogaphase dieses Jahr wurde mir bewusst, dass es genau das ist was ich gerade brauche und dass ich vor so einem Schritt keine Angst haben muss. Der Abschied von der Gruppe ist mir sehr schwer gefallen, ich danke euch für das schöne Jahr und für all eure Wünsche für mich und meine Reise :).

Das alles ist für mich Yoga. Nicht nur die Verbindung mit unserem Körper zu finden, sondern auch zu lernen, auf unser Herz und unsere innere Stimme zu hören. Dem Leben zu vertrauen und uns selbst und andere Menschen als die vielseitigen, vielschichtigen, emotionalen, verletzlichen und komplexen Wesen zu sehen, die wir sind.

2 Gedanken zu „Wie mich meine Yogalehrerausbildung nach Neuseeland brachte

  1. Lieber Maheshvara,
    vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich werde euch auch sehr vermissen! Das nächste Jahr wird es bestimmt viele Höhen und Tiefen geben, aber genau dafür mache ich es ja auch, da hast du schon Recht 🙂
    Viele Grüße,
    Christiane

  2. Liebe Christiane,
    wir werden Dich vermissen und bestimmt oft an Dich denken (auch wenn der Muskelkater Deiner letzten Stunde inzwischen verflogen sein dürfte 😉
    Wir alle sehen Deine Reise (vielleicht wie Du selbst auch) mit einem weinenden und einem lachenden Auge.
    Weinend, weil Du uns fehlen wirst (Du weißt ja – die Sache mit dem loslassen 😉
    Lachend, weil Du mit dem, was Du tust, Deinem Herzen folgst und wir Dir dafür alles erdenklich gute wünschen.
    Ich wünsche Dir für diese Reise viele bereichernde Erfahrungen, die Dein Herz nähren mögen.
    Und ich wünsche Dir Mut, Vertrauen und Kraft für die Augenblicke, in denen es vielleicht auch einmal anstrengend oder schwer sein wird.
    Oscar Wilde hat einmal gesagt: „Reisen veredelt den Geist…“ und so ist diese Reise eigentlich nichts anderes als die Fortsetzung Deiner Yogapraxis.
    Hab eine gute Reise und lass mal was von Dir hören.
    Maheshvara

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